Wenn Roboter über Gefühle schreiben, wird es absurd.
Achtung ! Dieser Text wurde ohne Ki erstellt !
In Zeiten, in denen KI Hochzeitsreden und Liebeserklärungen schreibt, muss ich es wohl hinzufügen.
Liebeserklärungen ?
Moment mal, das sind doch Worte, die mit Gefühlen verbunden sind !
Etwas Bedeutsames, Persönliches, Emotionales. Wer bemüht dafür eine Maschine ?
Ja, leider passiert genau das, wie ich aus Gesprächen weiß.
KI scheint die neue Geheimwaffe für alle Gelegenheiten.
Dieses Wunderding kann zerstörte oder unvollständige Kunstwerke rekonstruieren.
Das Gemälde „Die Verklärung Christi“ von Raffael wurde beispielsweise virtuell in Originalfarben wiederhergestellt, indem eine KI winzige Pigmentreste mit historischen Beschreibungen verknüpfte.
Und selbst Beethoven blieb nicht verschont, seine unvollendete 10. Sinfonie wurde mithilfe künstlicher Intelligenz fertiggestellt.
Und wenn Sie sich schon immer einmal mit Albert Einstein oder Sokrates unterhalten wollten: bitte schön, auch das ist möglich.
Mithilfe von Sprach- und Wissensmodellen lassen sich Gespräche mit historischen Persönlichkeiten führen, erstaunlich realistisch, aber eben nicht lebendig.
Übernimmt KI unser Denken, unsere Ausdrucksmöglichkeiten ?
Ich fürchte: zu großen Teilen ja.
Wie so oft bei bahnbrechenden Erfindungen ist sie Fluch und Segen zugleich.
Sie spart Zeit, aber sie nimmt uns auch unsere Individualität.
Texte kommen ähnlich daher und mein geliebter Gedankenstrich mutiert zum
‚Ach, mit Ki geschrieben!‘
Nein, ich nutze den Gedankenstrich, weil ich ihn mag, weil er für mich eine gute Möglichkeit ist, eine Pause mitten im Satz zu setzen.
Ki verteufeln ?
Nein, ganz und gar nicht. Ich bin ein neugieriger Mensch und Neuem gegenüber erst einmal aufgeschlossen. Das erste Fax, das erste Handy (ups, ich kann mich noch an die Dinger mit Antenne erinnern und Sie müssen raten wie alt ich bin) – ich fand alles spannend. Aber gleichzeitig setze ich es als das ein, was es für mich ist: ein Assistent, kein Mitarbeiter auf Führungsebene.
Ki kann alles – sogar Hochdeutsch.
Ki braucht Grenzen und Regeln, damit eindeutig erkennbar wird ob hier ein Mensch oder eine Maschine beteiligt waren.
Ki kann alles, sogar Hochdeutsch, aber Gespräche mit Tieren kann sie glücklicherweise nicht. Empathie kann sie buchstabieren, aber nicht leben.
Wobei auch vor Tieren nicht Halt gemacht wird:
ForscherInnen der Universität Wien entwickeln derzeit Musik für Tiere, abgestimmt auf deren Wahrnehmung.
Für Katzen entstehen Kompositionen mit dem Rhythmus schnurrender Atmung, für Hunde tieffrequente Klänge.
Und selbst in Tierheimen hält KI Einzug: In Pilotprojekten erkennt eine App ängstliches Miauen und warnt die Mitarbeiterin mit einer Auswertung – 82 % Stresswahrscheinlichkeit, 13 % Suchverhalten, 5 % unklar in Raum Nr. 3.
Die Ki dreht durch und spricht mit Tierheimtieren.
Sehr befremdlicher finde ich das Projekt im Tierheim Mölln: Eine Telefon-Hotline, über die Interessierte scheinbar direkt mit Tieren sprechen können. Hunde und Katzen ‚erzählen‘ per KI-Stimme von ihren Vorlieben und Macken.
Hallo, hier spricht Ben und wer bist du ?
Damit soll erreicht werden, dass ein neues Zuhause nicht nur vom Aussehen des Tieres abhängig sein soll, sondern Gemeinsamkeiten und Verbindungen aufgebaut werden, bevor ein erstes Kennenlernen erfolgt. Na prima, da ist ja eine Partnersuch-App noch persönlicher.
Ist es denn nicht gerade das erste Gefühl, dass uns verbindet oder eben nicht ? Das erste Bild, das uns anspricht und auffordert genauer hinzuschauen ?
Vielleicht ist Ki einfach die Abkürzung für Kann ich selber besser ?
Tierisch gesehen
fehlt das, was eine Beziehung ausmacht:
Vertrauen, Sicherheit und eine Verbindung, die auf gegenseitigem Verstehen beruht.
Menschlich betrachtet
spricht erst einmal nichts gegen einen hilfreichen Assistenten.
Wir sollten ihm nur nicht unser Leben überlassen und dabei unsere Individualität einbüßen.
Gabriele Sauerland
Die tierische Sicht ist der rote Faden in meinem Leben.
Privat, beruflich und im Ehrenamt spielen Tiere eine Hauptrolle.
In unzähligen Dialogen durfte ich erfahren, was ihnen wichtig ist, was sie brauchen, um sich sicher und verstanden zu fühlen.
Tieren zuzuhören, ihre Botschaften zu übersetzen und Wege aufzuzeigen, die für Tier und HalterIn eine Bereicherung sind, ist meine Aufgabe und Leidenschaft.
Wichtig bleibt dabei immer eines: Persönlichkeit und Individualität, bei Zwei- wie bei Vierbeinern.
Aus dieser Idee heraus entstanden der Blog, der cc-Infobrief und die darin enthaltenen, vertiefenden Audiobotschaften – als Einladung, die Welt aus tierischer und menschlicher Sicht neu zu entdecken.
Sie möchten sich inspirieren lassen, wie Mensch und Tier einander besser verstehen können ?
Im communicanis-Infobrief teile ich alle zwei Wochen neue Impulse, Gedanken und Erfahrungen – zum Lesen oder Hören.
